Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland

 

Die 79. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland endete mit einer Abendmahlsfeier. Sechs Tage lang standen intensive Beratungen, Debatten, Abstimmungen und Wahlen im Mittelpunkt.

 

Rheinische Kirche verurteilt Gewalt gegen queere Menschen

 

Die Evangelische Kirche im Rheinland übernimmt Verantwortung für vergangenes Unrecht gegenüber LGBTQIA+ Menschen und betont die biblische Grundlage für Vielfalt. In einem Schuldbekenntnis erkennt sie an, dass viele Betroffene Diskriminierung erfahren haben, was oft schwerwiegende Folgen hatte, etwa den Ausschluss von kirchlichen Berufen oder Trauungen.

Dieses Bekenntnis markiert den Beginn einer intensiven Aufarbeitung. Die Kirche bekräftigt, dass geschlechtliche Vielfalt Teil der Schöpfung Gottes ist und alle Menschen als Ebenbild Gottes angesehen werden.

Zudem verurteilt die Landessynode jegliche Gewalt gegen queere Menschen und verpflichtet sich, aktiv für eine vielfältige und diskriminierungsfreie Kirche einzutreten. Dies ist Teil eines fortlaufenden Öffnungsprozesses, der auch durch eine neue Website begleitet wird.

 

„Instrumentalisierung von Geflüchteten für Wahlkampfzwecke ist zerstörerisch“

 

Die Evangelische Kirche im Rheinland fordert in der Migrationspolitik faktenbasierte und menschenrechtsorientierte Lösungen. Sie mahnt eine sachliche Debatte über Migration an und warnt davor, sie mit Diskussionen zur inneren Sicherheit zu vermengen.

Die Landessynode lehnt Maßnahmen wie die Abweisung von Schutzsuchenden, die Auslagerung von Asylverfahren oder dauerhafte Inhaftierungen ab, da sie gegen internationales Recht verstoßen. Zudem setzt sie sich für das Recht auf Familiennachzug sowie für besseren Zugang Geflüchteter zum Arbeitsmarkt und zu Integrationsangeboten ein.

Die Kirche betont die Notwendigkeit ausreichender Ressourcen für Kommunen und Träger und dankt Initiativen, die sich für Demokratie und Vielfalt engagieren und gegen einen politischen Rechtsruck einsetzen.

 

Thema sexualisierte Gewalt: „Wir müssen weiter am Kulturwandel arbeiten“

 

Die Evangelische Kirche im Rheinland verzeichnet große Fortschritte bei der Prävention sexualisierter Gewalt: Über 20.400 Menschen haben an Schulungen teilgenommen, doppelt so viele wie Ende 2023.

Vizepräses Christoph Pistorius betont die Notwendigkeit eines nachhaltigen Kulturwandels in der Kirche und fordert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema im Sinne der Betroffenen. Er ruft die Landessynode dazu auf, Schutzmaßnahmen weiterzuentwickeln, gesetzliche Änderungen zu beschließen und die Arbeit der zuständigen Stabsstelle finanziell abzusichern. Zudem appelliert er an ein fortwährendes Engagement für den Schutz und die Unterstützung Betroffener.

 

Rassismus und Kirche: „Hier bricht etwas auf“

 

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland widmete sich erstmals im neuen Format dem Thema Rassismuskritik, angeregt von der Evangelischen Jugend. 50 junge Menschen nahmen teil, um mitzudiskutieren.

Prof. Dr. Paul Mecheril betonte die Notwendigkeit, über Rassismus zu sprechen, und forderte eine bewusste Auseinandersetzung. In Dialoggruppen tauschten sich Jugendliche und Kirchenvertreter über persönliche Erfahrungen und Veränderungsbedarf aus.

Die Diskussion hinterließ bei vielen bleibende Eindrücke. Teilnehmende äußerten Hoffnung auf nachhaltige Veränderungen – mit dem Wunsch, dass Worten auch Taten folgen.

 

Weitere Infos findet ihr hier.