Taufe des Forschungsschiffs NOVA

Feierliche Taufe des Forschungsschiffes NOVA: Die ESG war dabei

 

Am Freitag, den 23. Mai 2025 um 14:00 Uhr fand die feierliche Taufe der NOVA statt.

Die NOVA ist Ergebnis eines Projektes der Universität Duisburg-Essen. Im Duisburger Yachthafen versammelte sich eine illustre Gesellschaft aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, um die NOVA zu feiern und ihren geistigen Eltern zu ihrem großen Erfolg zu gratulieren.

 

„Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen mit 1,17 Millionen Euro gefördert. Es arbeiten hier das Institut für Nachhaltige und Autonome Maritime Systeme, der Lehrstuhl für Mechatronik und das DST zusammen. Das DST ist ein An-Institut der Universität Duisburg-Essen und Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF).“

So die Presseerklärung der UDE, in der Ihr weitere spannende Informationen zur NOVA, ihren geistigen Eltern und Förderern finden könnt. Hier haben wir auch die Zitate der Gratulant:innen gefunden, die wir in unserem Beitrag verwenden.

 

 

Die schönen Bilder in diesem Beitrag verdanken wir dem Fotografen Schuchrat Kurbanov von der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF). Für alle Bilder in diesem Beitrag gilt: © JRF e. V.

 

 

Veras Segenrede

 

Pfarrerin Vera von der Osten Sacken war für die ESG dabei und hat um Gottes Segen für dieses schöne Projekt und alle daran Beteiligten gebeten.

 

 

Sehr geehrte, liebe Festgemeinde,

Was macht eine Pfarrerin bei einer Schiffstaufe? Nein, nicht taufen – das wird Herr Minister Oliver Krischer tun, der das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen leitet. Ich bin Pfarrerin der Evangelischen Studierendengemeinde, sozusagen die Abgeordnete der evangelischen Kirche für die Universität Duisburg Essen.

Herr Dr. Neugebauer hat mich gebeten einen geistlichen Beitrag zu dieser Feier zu leisten. Mein Auftrag ist also der Segen für den Täufling und die Festgemeinde.

Die NOVA ist das Ergebnis eines wunderbaren Projektes, das Hoffnung macht: Auf weniger Emissionen und klügere Steuerung in der Schifffahrt. Das ist ein wichtiger Beitrag zu dem, was wir Christen „Bewahrung der Schöpfung“ oder einfach „Umweltschutz“ nennen. Mit Herrn Krischer hat der oberste politische Vertreter dieses Themas in NRW die Taufpatenschaft übernommen.

 

 

Der stolze Taufpate: NRW-Umweltminister Oliver Krischer mit Patenurkunde

Er betont: „Mit dem innovativen Forschungsschiff NOVA können zukunftsweisende Technologien praxisnah entwickelt und erprobt werden. Wir bauen damit Nordrhein-Westfalens Position als führender Forschungsstandort für eine nachhaltige Binnenschifffahrt aus. Das trägt zum Klimaschutz bei und stärkt die wirtschaftliche Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt als moderner Verkehrsträger.“

 

 

Wäre die NOVA eine Person, würden wir sie mit der Taufe in die Gemeinschaft derer aufnehmen, die auf den Segen Gottes hoffen und sich ihm anvertrauen. Und Herr Krischer als ihr Pate wäre ihr geistlicher Mentor, der sie beim Aufwachsen begleitet, sie in die Gesellschaft der Gemeinde einführt und als geduldiger liebevoller Gesprächspartner für all die Fragen da ist, die (nicht nur) Kinder an den Glauben, das Leben und den ganzen Rest haben.

Obwohl die NOVA ein Schiff und kein Mensch ist, gibt es da einige Parallelen: Die Nova und die Menschen, deren Klugheit, Herzblut und sicher auch Schweiß sie hervorgebracht haben, werden ja tatsächlich Teil einer Gemeinschaft, nämlich der Gemeinschaft derer, die unsere Wasserwege befahren und derer, die sich um diese Wasserwege sorgen. Mit ihrem Projekt wagen sie sich heraus aus der behüteten Heimat akademischer Diskussion und stellen sich dem wirklichen Leben, das Sonnenschein und Applaus und auch Wellen, Untiefen und eine Menge Schwerkraft enthält. Die Sympathie und die Hoffnungen von uns Älteren liegen auf dem Neuen, das die NOVA repräsentiert – und wie bei allen Tanten und Gratulanten sind diese Hoffnungen ganz unterschiedlich: Manche sind sehr ambitioniert, andere ganz selbstlos und nur auf das Wohl des Täuflings bedacht, wieder andere, denken beim Anblick des „Kindes“ schon an Enkelkinder.

Zu diesen gehöre auch ich. Im Namen einer schöneren, weniger giftigen, klüger durchdachten und mehr am Wohl aller Beteiligten interessierten Menschenwelt wünsche ich der NOVA Geschwister, Kinder und Kindeskinder – und sie alle möge Gott mit Erfolg und Liebe segnen. Ihren Eltern wünsche ich Freude mit ihrem „Kind“ und viel Anerkennung und reiche Unterstützung für Ihre gute Arbeit.

Lieber Gott, segne und inspiriere sie mit neuen Ideen und mache allen Mittel- und Drittmittelgebern der Wissenschaft die Herzen und bitte auch die Taschen weit. Und sei bei uns allen, die wir uns heute mitfreuen und einen Moment lang den Erfolg der vielen Arbeit genießen können. Gib uns diese Freude mit auf den Weg in neue Projekte und zu neuen Zielen. Lass uns lange im Sinn behalten, wie stolz wir jetzt sind und wie gut und sinnvoll unsere Arbeit ist, ob wir nun Wissenschaftler:innen, Politiker:innen oder ganz andere Leute sind.

Wenn ich auf die NOVA schaue, bekomme ich so viel Lust auf mehr. Guter Gott, lass uns Menschen sein, die das möglich machen! Amen.

 

Gruppenbild mit Gratulant:innen

 

 

Die Rektorin der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Barbara Albert (auf dem Bild in der Mitte), lobt das Projekt: „Die NOVA steht exemplarisch für die Innovationskraft unserer Universität – hier verbinden sich Spitzenforschung, Nachhaltigkeit und technologischer Fortschritt auf beeindruckende Weise.“

 

 

Die Jungfernfahrt der NOVA

 

Die NOVA fährt elektrisch und nutzt Solarenergie. Sie ist so leise wie ein Segelschiff. Über alles ist sie 15m lang…

 

 

…und 7m breit. Sie ist ein Katamaran mit nur 70cm Tiefgang, kann also in sehr flachem Wasser fahren und ist unglaublich wendig. Dr. Jens Neugebauer, Oberingenieur am Institut für Nachhaltige und Autonome Maritime Systeme (INAM) der UDE, sagte mir, dass sie sich genauso leicht fährt, wie ein Auto – faszinierend!

Die NOVA kann sogar ganz ohne menschliche Beteiligung (autonom) fahren.

„Stoppmanöver einleiten, Kurs ändern oder Kurs halten? Entscheidungen wie diese muss die NOVA künftig selbst treffen – auch bei Nebel, Dunkelheit oder hoher Verkehrsdichte“ sagt Prof. Dr. Bettar el Moctar vom INAM – und mein inneres Kind ist begeistert und möchte am liebsten die Baupläne sehen.

 

 

Trotzdem gibt es ein „Cockpit“. Hier kann man das Schiff nicht nur steuern, sondern sich auch die vielen Daten anzeigen lassen, die die NOVA während der Fahrt sammelt. Während der Jungfernfahrt war dieser Raum natürlich bemannt – mit den Verantwortlichen und uns neugierigen Besucher:innen.

 

 

Der hintere Teil der NOVA hat ein großes Panoramafenster und wirkt jetzt noch ganz leer. Unter der Bodenabdeckung und den weißen Bänken ist aber schon alles vorbereit: Hier können später die Wissenschaftler:innen sitzen und während der Fahrt arbeiten.

 

 

 

Wieder zurück und kurz vor dem Anlegen. Gleich wird die Leine ausgeworfen und eine kleine Holzbrücke ausgeklappt. Dann darf die nächste Gruppe an Bord gehen.